„Ein Moment Lebenskunst“

Gastbeitrag für Mathis Nitschke über meine Erfahrungen mit seiner Produktion „ISOLDE“

Im Juli wurde mit ISOLDE der letzte Teil einer Trilogie von Mathis Nitschke vollendet, die mit der Produktion VIOLA am Pasinger Bahnhof begann, mit KATHARINA an der Münchner Freiheit fortgesetzt und nun an der Kunsthalle in der Münchner Innenstadt abgeschlossen wurde. Ich war bei ISOLDE als Dramaturgin vor der Tür der Kunsthalle die erste Anlaufstation für die Vorbeikommenden, die sich meist wunderten, was dort vor sich geht und „wo die Leute alle hingucken“. Im Laufe der Vorstellungen konnte ich viele spannende Gespräche und Diskussionen mit den unterschiedlichsten Menschen führen. „Real-time“ Reaktionen zu erfahren und über diese zu sprechen während eine Theateraufführung stattfindet war eine großartige Erfahrung.

Elsa Büsing an der Tür von ISOLDE | Foto: Mathis Nitschke

Mathis Nitschkes Operninstallation ISOLDE ist Sezierung und Romantisierung der Wirklichkeit:

„…es wird uns gleichzeitig auch vor Augen geführt, dass wir die Kehrseite des Wohlstandes, Armut, Einsamkeit, soziale Ungleichheit, gerade in München, allzu oft nicht sehen (wollen), uns mit Panzerglas umgeben ‚um nicht kaputt zu gehen‘, wie eine Passantin bemerkte.“